Annapurna Basecamp Trail (ABC)

Tag 1

 

Taxifahrt nach Naya Pul, von dort per Fuss nach Ghandruk

5,5-6 Std. 1000m ascent

Da ich immer noch Bauchschmerzen bzw. Kraempfe hatte, haben wir uns entschieden, zum einen mit Claudia und Franzi zu gehen und zum anderen fuer mich noch einen Porter zu organisieren. Das passte ganz gut, da die beiden Maedels sich auch einen Porterguide nehmen wollten.

Somit waren wir mit Dal (“Linse”) und Bhat ( in real Korna) unterwegs. Korna bekam direkt erst mal noch einen dritten Namen, naemlich Einaeugiger Bandit, die Bilder werden dann irgendwann mal zeigen warum…..

Es ging locker los, unterwegs wurde rast gemacht und von mir Suppe verspeist, eins meiner Hauptnahrungsmittel fuer die naechste Woche

Ab 15:00h hat es geregnet und wir waren froh, schon in Ghandruk angekommen zu sein

Tag 2

Ghandruk nach Chomrong

5 Stunden 770m ascent , 480m descent

Morgens bekam ich beim Fruehstueck erst mal eine tolle Geburtstagsueberraschung, gesunde Dinge fuer das Ueberleben in Nepal. Eine Gesichtsmaske fuer den Smog in Kathmandu sowie eine Dose Heineken fuers ABC.

Waehrend dem Marsch hat es erst mal wieder geregnet. Zum Glueck nur die letzten 10 Minuten und wir kamen halbwegs trocken in Chomrong an. Dafuer war die Wegstrecke echt der Hammer, im Prinzip ging es erst mal nur hoch, dann ging es einige Hundert Hoehenmeter runter um ueber eine kleine Behelfsbruecke den Fluss zu ueberqueren und dann ging es quasi auf der anderen Seite einige Hundert HM nach oben, dann ein wenig Nepaliflat und wir waren am Ziel.

Ansonsten ging es mir schon etwas besser und die kleinen Essenportionen blieben auch brav drin…..

Tag 3

Chomrong nach Himalaya Hotel

8 Stunden ……….ascent, ……….descent

Ein guter Start in den Tag, nach gerade einmal einer halben Stunde falle ich erst mal schoen einige Steinstufen runter – ausgerechnet waehrend ich mit Dal ueber Verletzungen von Portern und Guides an der Annapurnarunde quatsche. Das Handgelenk ist schoen aufgerissen und blutet, dank Iod brennt es auch noch den restlichen Tag nach…..

Mittagessen gab es in Bamboo, der Name ist Programm, lauter Bambuswaelder mit Blick auf die Annapurna Range

Kurz nach Bamboo fing es richtig heftig an zu regnen und wir durften dann (ich ohne Regenhose, die aus Gewichtsgruenden in D geblieben ist) noch schoen 1,5 std. Weiterlaufen….bei normalem Wetter haetten wir 2,5 std gebraucht, immer wieder bemerkenswert wie schnell man auf einmal wird wenn man keine Lust mehr auf Regen hat.

Wir waren richtig nass und richtig fertig als wir endlich Himalaya erreicht haben.

In den Dining Rooms der Lodges gibt es meist grosse Tische, unten drunter ist eine Metallplatte geklebt und aussenrum sind Decken an den Tisch genagelt. Gegen eine kleine Gebuehr wird dann ein Kerosinkocher unter den Tisch gestellt und es wird bald schon schoen warm…..Meist gibts dann noch Waescheleinen unter dem tisch an denen man seine nassen Klamotten trocknen kann, am naechsten Tag stinkt man zwar wie ein Kerosintanker aber na ja…..

Ansonsten war der abend maessig, nach einem Kartenspiel mit Laura und Jochen, die wir dort kennengelernt haben ging es auch schon frueh ins Bett, mit Extradecke und Daunenweste sowie Muetze halbwegs vor der Kaelte geschuetzt.

Tag 4

Himalaya Hotel nach Machapuchare Base Camp

860m ascent

 

Ein sehr dubioser Tag. Kurz gefasst, Mir ging es morgens gar nicht gut und ich bin eigentlich 5 Stunden lang mit Schwindel, Uebelkeit und einer Atemfrequenz von 30/min den anderen tapfer hinterhergewankt. Unterwegs hab ich offensichtlich einige Bilder gemacht, kann mich aber ehrlich gesagt nicht mehr so genau an die Ueberquerung der Lawinen etc Erinnern. Von daher eigentlich ganz praktisch, dass wir auf dem Rueckweg noch mal hier her gelaufen sind, lach…

Im MBC angekommen – gegen Mittag- und nach einer Suppe und ein wenig mehr Klarhheit im Kopf dann die Entscheidung, dass ich erst mal im MBC (3700m) bleibe und die anderen ins Annapurna Basecamp (4130m) weiterlaufen…..ich komme dann bei ausreichender Kraft einfach morgen frueh nach. Korna bleibt bei mir im MBC.

Den Nachmittag hab ich geschlafen, viel Tee getrunken und dabei zugeschaut, wie aus dem sonnigen Wetter erst mal Wolken und dann Gewitter mit Hagel wurde….sonst war keiner bei uns in der Huette ausser den beiden Nepalis die den Laden geschmissen haben. Es wurde dann auch schlagartig kalt, gegen 17:00h lag ich mit langer Hose, Fleecejacke, Softshell und Daunenjacke sowie Muetze und Handschuhen im Schlafsack. Korna lag unter einer dicken Decke zusammengerollt und zitterte vor sich hin. Gegen 300 Rupies Heatercharge, die ich alleine bezahlt hab wurde es dank des Kerosinkochers aushaltbar und Korna war mir mehr als dankbar…..draussen war es dann endgueltig stuermisch und ich sass am Tisch, hab alte franzoesische Zeitschriften gelesen und dem Huettenwirt wegen seines Interesses fuer die Zeitschrift immer wieder sachen uebersetzen duerfen. Ich hoffe, dass er nicht gemerkt hat, dass die Uebersetzung des oefteren mal freestyle war….

Tag 5

MBC nach ABC (4130m), dann zurueck nach Doban

9 Stunden 500m ascent, 1490m descent

Frueh um 6:30h endgueltig aufgewacht, frierend einen Tee getrunken und mit Korna um 7 losgelaufen, nach knapp 75 Minuten im ABC angekommen, dabei andere Leute mit 30 min Vorsprung ueberholt und oben von den anderen freudig empfangen worden. Die Sicht der Annapurna Range war maessig, der Machapuchare -mit immerhin knapp 7000m auch nicht gerade klein – dafuer einwandfrei.

Wir haben oben nen Tee getrunken, die ueblichen Fotos des Triumphes gemacht und noch gewartet bis der alte Russische Hubschrauber mit ein paar Heliski-Touristen endlich gestartet ist (Zitat: “Ihr braucht 4 Tage von Pokhara bis hier hoch, wir haben nur 25min Flugzeit gehabt”), ausserdem hab ich erfahren, dass denen dreien oben die Hoehe offensichtlich mehr ausgemacht hat als ich es im MBC hatte.

Gegen 10 sind wir dann runtergelaufen und haben es trotz maessigen Wetters bis Doban geschafft – und mal wieder zeitlich gut getimet mit dem Regen angekommen.

Beim Abstieg haben wir am Tempel der oertlichen Gottheit noch Blumen hinterlegt, ein kleines Dankeschoen…..oberhalb des Tempels soll man eigentlich weder Fleisch noch Eier verzehren, ich hab mich dank des Magens gerne dran gehalten, ich denke Bjoerns Karma ist wegen seines massiven Eierkonsums auf unserer Tour auf historische Tiefwerte gefallen, lach.

Tag 6

Doban bis Chomrong

6 Stunden

Eigentlich ne maessig interessante Laufetappe, man braucht ein wenigAusdauer, insbesondere kurz vor Chomrong, wenn man mal wieder abertausende Stufen laufen muss um endlich zur heissen Dusche zu gelangen.

In der Lodge angekommen, festgestellt, dass wir die einzigen Gaeste waren und daher sogar mal in den Genuss einer halbwegs sauberen Dusche kamen……ich erwaehne jetzt nur kurz, dass Bjoern erst mal unfreiwillig die Dusche demontiert hat.

Tag 7

Chomrong nach Jinudanda und weiter nach Syauli Bazaar

Nach hartem Abstieg von 1 Stunde( endlich mal wieder Treppen zum runterlaufen und -klettern) und mehr als 300 hoehenmetern ging es erst mal zu unglaublich tollen heissen Quellen, 5 meter neben dem Abfluss des Annapurnagebiets gelegen konnte man in Natursteinbecken sitzen und chillen. Zwischendurch sind wir in den eisigen Fluss gestiegen um uns runterzukuehlen und dann ging es zurueck ins warme Wasser mit der leichten Schwefelnote… Nach einem Mittagessen fiel es uns dann endgueltig schwer, wieder loszulaufen um das Tagesziel zu erreichen…. Lustigerweise haben wir an den Quellen Jochen und Laura wiedergetroffen, die sich kurzerhand uns angeschlossen haben. Der Weg nach Syauli Bazaar war ganz nett, mehr european flat und schoene Aussicht dabei, warmes Wetter mit Sonnenschein und die Wege gingen immer wieder durch die Innenhoefe der Locals, quasi durchs Wohnzimmer.

Abends schnell was gegessen und Karten gespielt und diskutiert, Dal und Bhat kamen dann auch irgendwann noch dazu und Dal hat seine Sympathien fuer die Maoisten gezeigt.

Tag 8

Syauli Bazaar nach Naya Puul

Nach einem maessigen Fruehstueck und einer langen, geruhsamen Nacht –nur gestoert durch die Eselkaravanen, die unter unserem Zimmer durchgetrieben wurden – ging es auf die letzte Etappe unserer Tour, nach 2 stunden european flat track (euro flat ist eben nicht Nepali Flat, was so viel wie “es ist steil, aber es gibt keine langen Steintreppen” bedeutet) zurueck zum ACAP checkpoint und dann per Jeep in einer Stunde auf schlechter Strasse und voller guter Laune zurueck nach Pokhara…..

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